Stabile Nachfrage bei leicht rückläufiger Beschäftigung
Im Juni 2026 wurden 2,936 Millionen Menschen als arbeitslos registriert, was einem Rückgang von 15.000 gegenüber dem Vormonat entspricht. Die Arbeitslosenquote sank leicht um 0,1 Prozentpunkte auf 6,2 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Arbeitslosenzahl jedoch um 22.000, während die Quote insgesamt stabil blieb. Die Erwerbslosenquote nach ILO-Definition lag im Mai bei 3,7 Prozent.
Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zeigt eine leichte Abwärtstendenz: Von März auf April 2026 sank die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten saisonbereinigt um 5.000 auf 34,84 Millionen. Im Jahresvergleich liegt die Beschäftigung um 71.000 Personen niedriger. Auch die Erwerbstätigkeit insgesamt nahm im Mai saisonbereinigt um 8.000 ab und liegt mit 45,83 Millionen Personen um 177.000 unter dem Vorjahresniveau.
Unterbeschäftigung und Kurzarbeit
Die Unterbeschäftigung, die neben Arbeitslosigkeit auch Personen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen und kurzfristig Arbeitsunfähige umfasst, sank im Juni saisonbereinigt um 8.000 auf 3,605 Millionen. Im Jahresvergleich ist sie jedoch um 19.000 gestiegen.
Die Inanspruchnahme von Kurzarbeitergeld nimmt weiter ab: Für April 2026 wurden für 133.000 Beschäftigte konjunkturelle Kurzarbeit gemeldet, 17.000 weniger als im Vormonat und 101.000 weniger als vor einem Jahr. Im Juni wurde für 26.000 Personen Kurzarbeit angezeigt.
Arbeitskräftenachfrage und Ausbildungsmarkt
Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Im Juni waren 648.000 Stellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet, 16.000 mehr als vor einem Jahr. Der BA-Stellenindex blieb mit 103 Punkten unverändert und liegt leicht über dem Vorjahreswert.
Am Ausbildungsmarkt haben sich seit Oktober 2025 rund 400.000 Bewerberinnen und Bewerber registriert, ein Anstieg von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bis Juni 2026 hatten 181.000 Bewerber noch keine Ausbildungsstelle gefunden. Die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen lag bei 409.000, wobei die Statistik aufgrund von Umstellungen derzeit unvollständig ist. Für Mai 2026 wird ein Rückgang der gemeldeten Ausbildungsstellen um etwa sechs Prozent geschätzt. Es wird erwartet, dass in den Sommermonaten noch zahlreiche Ausbildungsverträge abgeschlossen werden.
Geldleistungen und Hilfebedürftigkeit
Im Juni 2026 erhielten rund 1,052 Millionen Personen Arbeitslosengeld, 90.000 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldberechtigten lag bei 3,804 Millionen, was einem Rückgang von 104.000 gegenüber dem Vorjahr entspricht. Insgesamt waren 7,0 Prozent der erwerbsfähigen Bevölkerung hilfebedürftig.
Fazit
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt im Juni 2026 eine stabile, aber insgesamt verhaltene Entwicklung: Die Arbeitslosigkeit sinkt nur leicht, die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung geht zurück, und die Arbeitskräftenachfrage bleibt auf niedrigem Niveau konstant. Kurzarbeit nimmt weiter ab, und der Ausbildungsmarkt befindet sich trotz einiger Unsicherheiten in Bewegung.











