Zehn Prozent der jungen Erwachsenen ohne Beschäftigung oder Ausbildung
Im Jahr 2025 waren rund 10 Prozent der 20- bis 24-Jährigen in Deutschland weder berufstätig noch in Bildung oder Ausbildung – ein Anstieg gegenüber 8,8 Prozent im Jahr 2022. Hinter dieser Zahl verbergen sich unterschiedliche Lebenslagen: Während einige aktiv Arbeit suchen oder vor dem nächsten Karriereschritt stehen, sind fast zwei Drittel dieser jungen Menschen aus verschiedenen Gründen nicht für den Arbeitsmarkt verfügbar. Dazu zählen vor allem Betreuungspflichten oder gesundheitliche Einschränkungen.
Die Bedeutung eines anerkannten Berufsabschlusses
Ein anerkannter Berufsabschluss gilt als entscheidende Grundlage für eine nachhaltige Beschäftigung und berufliche Entwicklung. Die Herausforderung besteht darin, dass viele, die den Einstieg in Ausbildung oder Beruf verpassen, später Schwierigkeiten haben, qualifizierte Beschäftigung zu finden. Besonders problematisch ist die Situation für jene, die zwar arbeiten möchten, aber keinen formalen Abschluss vorweisen können und deren Erwerbsbiografie den Zugang zu anspruchsvollen Jobs erschwert.
Frühe Prävention und zweite Chancen
Um den Übergang von der Schule in den Beruf zu verbessern, ist frühes Handeln notwendig. Die Ausbildung bleibt dabei der „Königsweg“ für junge Menschen, um langfristig am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Doch nicht alle schaffen es, bis zum Alter von 18, 20 oder 22 Jahren einen Berufsabschluss zu erlangen. Für viele ist eine nachträgliche, mehrjährige Ausbildung kaum realisierbar – insbesondere wenn finanzielle Verpflichtungen, Familie oder eine bestehende Beschäftigung hinzukommen.
Teilqualifizierungen als flexible Lösung
Hier können Teilqualifizierungen eine wichtige Rolle spielen. Sie sind zwar kein Ersatz für eine vollständige Ausbildung, bieten aber eine Möglichkeit, berufliche Kompetenzen schrittweise zu erwerben. Das Konzept sieht vor, Qualifizierungen in einzelne Module aufzuteilen, sodass Menschen auch während einer Beschäftigung oder in Phasen der Arbeitsaufnahme kontinuierlich an einem anerkannten Berufsabschluss arbeiten können.
Wichtig ist, dass der Prozess nicht bei einzelnen Modulen endet. Für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt müssen Betroffene auf dem Weg zum vollständigen Berufsabschluss begleitet werden.
Fazit: Ausbildung und Teilqualifizierung als ergänzende Strategien
Die Herausforderungen bei der Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt erfordern zwei sich ergänzende Ansätze:
- Prävention: Den Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf frühzeitig erleichtern.
- Zweite Chance: Erwachsenen, die den Einstieg verpasst haben, realistische Wege zum Berufsabschluss eröffnen.
Ausbildung und Teilqualifizierung sind keine Gegensätze, sondern ergänzen sich. Während die Ausbildung verhindert, dass junge Menschen ohne Abschluss ins Erwerbsleben starten, bieten Teilqualifizierungen später die Möglichkeit, den fehlenden Abschluss nachzuholen. Eine abgeschlossene Ausbildung bleibt die beste Absicherung gegen Arbeitslosigkeit – egal ob in Vollzeit, Teilzeit oder Schritt für Schritt.











