Start Arbeitswelt Arbeitslosigkeit steigt im Januar auf über 3 Millionen

Arbeitslosigkeit steigt im Januar auf über 3 Millionen

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Der deutsche Arbeitsmarkt ist mit einem jahreszeitlich typischen Anstieg der Arbeitslosigkeit in das Jahr 2026 gestartet. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit überschritt die Zahl der Arbeitslosen im Januar erneut die Marke von drei Millionen.

Die Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles erklärte anlässlich der monatlichen Pressekonferenz in Nürnberg, dass derzeit nur wenig Dynamik am Arbeitsmarkt zu beobachten sei. Der Anstieg zu Jahresbeginn sei vor allem durch saisonale Effekte geprägt.

Zentrale Kennzahlen im Überblick
Im Januar 2026 erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 177.000 auf insgesamt 3.085.000 Personen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat lag die Arbeitslosenzahl um 92.000 höher. Die Arbeitslosenquote stieg gegenüber dem Vormonat um 0,4 Prozentpunkte auf 6,6 Prozent und lag damit 0,2 Prozentpunkte über dem Wert von Januar 2025. Saisonbereinigt blieb die Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vormonat unverändert.

Die vom Statistisches Bundesamt ermittelte Erwerbslosenquote nach dem ILO Konzept lag im Dezember 2025 bei 3,6 Prozent.

Unterbeschäftigung zeichnet das breitere Bild
Wer tiefer in die Lage schauen will, schaut auf die Unterbeschäftigung. Sie umfasst neben Arbeitslosigkeit auch arbeitsmarktpolitische Maßnahmen und kurzfristige Arbeitsunfähigkeit. Saisonbereinigt sank sie im Januar leicht um 4.000. Insgesamt lag die Unterbeschäftigung bei 3.705.000 und damit 8.000 niedriger als vor einem Jahr. Das klingt unspektakulär, signalisiert aber, dass der Januar Sprung nicht automatisch eine strukturelle Verschlechterung bedeutet.

Kurzarbeit bleibt ein relevanter Indikator
Bei der Kurzarbeit zeigen die Frühindikatoren eine gewisse Aktivität. Vom 1. bis 26. Januar wurde für 28.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Für die tatsächliche Inanspruchnahme liegen Daten bis November 2025 vor. In diesem Monat erhielten laut vorläufiger Hochrechnung 204.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Das waren 6.000 mehr als im Vormonat, aber 61.000 weniger als im November des Vorjahres.

Beschäftigung und Arbeitskräftenachfrage
Die Zahl der Erwerbstätigen ging im Dezember 2025 saisonbereinigt leicht zurück und lag mit 46,04 Millionen unter dem Vorjahreswert. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung verringerte sich geringfügig und lag im Vergleich zum Vorjahr niedriger.

Die Nachfrage nach Arbeitskräften blieb ebenfalls rückläufig. Im Januar waren 598.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet. Der BA Stellenindex BA X sank auf 100 Punkte und lag unter dem Wert des Vorjahresmonats.

Ausbildungsmarkt weiter unter Spannung
Am Ausbildungsmarkt zeigte sich eine zunehmende Lücke zwischen Angebot und Nachfrage. In der Nachvermittlung suchten mehr Bewerberinnen und Bewerber einen sofortigen Ausbildungsplatz als im Vorjahr, während gleichzeitig weniger betriebliche Ausbildungsstellen gemeldet waren. Trotz offener Ausbildungsstellen blieben viele Bewerberinnen und Bewerber unversorgt. Für das neue Ausbildungsjahr wurden bislang mehr Bewerber gemeldet, bei deutlich weniger gemeldeten Ausbildungsstellen.

Der Bericht macht deutlich, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar vor allem saisonal bedingt ist und sich der Arbeitsmarkt insgesamt durch eine geringe Bewegung auszeichnet.

Quelle: https://www.arbeitsagentur.de/presse/2026-05-arbeitsmarkt-im-januar-2026

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